Was ist der Unterschied zwischen einem Korrektorat und einem Lektorat? Wann brauche ich was?
Beim Korrektorat geht es in erster Linie darum, deinen Text auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu prüfen. Auch Tippfehler, uneinheitliche Schreibweisen oder typografische Fehler fallen darunter. Inhalt und Schreibstil stehen beim Korrektorat nicht im Mittelpunkt.
Beim Lektorat beschäftige ich mich nicht nur mit einzelnen Sätzen, sondern mit dem Text als Ganzes. Wie funktioniert die Sprache und der Lesefluss? Ist der Text an bestimmten Stellen zu lang oder zu knapp? Sind die Figuren stimmig? Funktioniert die Erzählperspektive? Gibt es noch Unklarheiten? Geht die Handlung auf oder gibt es logische Unstimmigkeiten? Gemeinsam arbeiten wir daran, dass dein Text seine Wirkung entfalten kann, ohne dabei seine eigene Stimme zu verlieren.
Wann du was brauchst, hängt also davon ab, wo dein Text gerade steht. Wenn dein Manuskript inhaltlich und stilistisch fertig ist und du vor der Veröffentlichung noch einmal sicherstellen möchtest, dass sich keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler eingeschlichen haben, ist ein Korrektorat das Richtige.
Wenn du dagegen das Gefühl hast, dass dein Text noch nicht ganz rund ist oder du dir eine professionelle Rückmeldung zu Sprache, Stil, Logik, Figuren und Aufbau wünschst, empfehle ich dir ein Lektorat.
Wie läuft ein Lektorat ab?
Du sendest mir dein Manuskript als Word-Datei zu. Von da an arbeiten wir ausschließlich im Änderungsmodus. Du siehst genau, was ich löschen, ersetzen oder ergänzen würde. Über die Kommentarfunktion erkläre ich dir, warum ich bestimmte Änderungen vorschlage, stelle dir Fragen, wenn etwas noch unklar ist, und mache dir konkrete Vorschläge zur Überarbeitung.
Anschließend erhältst du die überarbeitete Datei zurück. Du kannst meine Änderungen prüfen, annehmen, ablehnen, eigene Fragen stellen und bei Bedarf selbst noch weitere Änderungen vornehmen. Danach schickst du mir die Datei wieder zurück.
In der zweiten Lektoratsrunde geht es vor allem darum, den Text zu glätten und noch offene Fragen zu klären.
Während des gesamten Prozesses kannst du dich natürlich jederzeit per E-Mail bei mir melden, wenn Fragen zur Überarbeitung auftauchen. Außer am Wochenende antworte ich dir innerhalb von 48 Stunden.
Mir ist wichtig, dass du jederzeit nachvollziehen kannst, was ich an deinem Text verändere und warum. Du behältst dabei die Kontrolle über dein Manuskript und entscheidest selbst, welche Vorschläge du übernehmen möchtest.
Und natürlich ist auch beides möglich: Erst wird dein Text lektoriert, du arbeitest die Anmerkungen und Vorschläge ein und anschließend wird das fertige Manuskript noch einmal sorgfältig korrigiert.
Wann ist mein Manuskript bereit für ein Lektorat?
Dein Manuskript muss nicht perfekt sein, bevor du es mir schickst.
Idealerweise ist die Geschichte bereits fertig erzählt und du hast deinen Text selbst gründlich überarbeitet. Du bist nicht mehr mitten im Schreiben, sondern hast das Gefühl, dass die Geschichte eigentlich steht.
Vielleicht gibt es Stellen, bei denen du dir unsicher bist. Vielleicht wirken manche Passagen noch nicht rund, Figuren könnten noch mehr Tiefe bekommen oder der Text liest sich an einigen Stellen noch nicht so, wie du es dir vorgestellt hast.
Genau hier kann ein Lektorat ansetzen.
Wenn du unsicher bist, ob dein Manuskript schon so weit ist, kannst du dich natürlich trotzdem bei mir melden. Gemeinsam können wir schauen, ob ein Lektorat bereits sinnvoll ist oder ob du deinen Text zunächst noch selbst weiter überarbeiten solltest.
Grundsätzlich arbeite ich aber auch mit unfertigen Manuskripten. Wenn du beim Schreiben feststeckst, Schwierigkeiten mit der Entwicklung deiner Geschichte hast oder dir bereits während des Schreibprozesses Unterstützung wünschst, können wir gemeinsam schauen, was dein Text gerade braucht.
Wie die Zusammenarbeit in diesem Fall genau aussieht, bespreche ich individuell mit dir per E-Mail.
Was genau schaust du dir bei einem Lektorat an?
Im Rahmen des Lektorats schaue ich mir deinen Text auf verschiedenen Ebenen an. Grundsätzlich geht es um alles, was mir beim Lesen auffällt und was deinem Text helfen kann. Dabei geht es nicht nur um Sprache und Stil, sondern auch um den Lesefluss und darum, wie der Text als Ganzes funktioniert.
Unter anderem achte ich auf Sprache und Stil, Textfluss, Figuren und ihre Entwicklung, Logik, Erzählperspektive und Dramaturgie. Ich schaue, ob die Handlung nachvollziehbar ist, ob Übergänge funktionieren und ob es Stellen gibt, die noch unklar sind oder an denen der Text seine Wirkung verliert.
Auch Wiederholungen, unnötige Längen oder Stellen, an denen noch etwas fehlt, können dabei zum Thema werden.
Je nach Text können auch andere Dinge wichtig werden, wie beispielsweise die zeitliche Abfolge, die Perspektive einer Figur oder die Plausibilität einer Handlung.
Dabei lese ich den Text nicht mit einer starren Checkliste. Jedes Manuskript ist anders und bringt seine eigenen Fragen und Herausforderungen mit. Entsprechend schaue ich genau hin, was dein Text braucht und wo ich dich am besten unterstützen kann. Es geht nicht darum, deinen Text so zu verändern, wie ich ihn schreiben würde. Deine Stimme soll erhalten bleiben. Es geht mir darum, zu zeigen, wo dein Text bereits gut funktioniert und wo er noch stimmiger werden könnte.
Was bei deinem Manuskript im Mittelpunkt steht, hängt dabei immer vom Text selbst und von dem ab, was du dir von einem Lektorat wünschst.
Veränderst du meinen Schreibstil?
Nein. Mir ist besonders wichtig, dass dein Text dein Text bleibt und deine eigene Stimme erhalten bleibt.
Wenn ich eine Formulierung ändere oder dir eine andere Variante vorschlage, geht es nicht darum, deinen Text anders klingen zu lassen. Ich möchte vielmehr herausarbeiten, was in deinem Text bereits steckt, und dort unterstützen, wo Sprache, Lesefluss oder Wirkung noch nicht ganz stimmig sind.
Dabei habe ich natürlich einen Blick darauf, wo dein Text im Hinblick auf eine Veröffentlichung noch stärker werden kann. Manchmal kann das bedeuten, dass ich dir eine deutlichere oder präzisere Formulierung vorschlage. Ob und wie du diese übernimmst, entscheidest aber immer du.
Wie lange dauert ein Lektorat?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Wie lange ein Lektorat dauert, hängt unter anderem von der Länge des Manuskripts, seinem Zustand und dem Umfang der Überarbeitung ab.
Ein Romanmanuskript, das bereits mehrfach überarbeitet wurde, braucht eine andere Bearbeitungszeit als ein Text, bei dem noch grundlegende Fragen offen sind.
Wenn du mir dein Manuskript schickst, kann ich besser einschätzen, wie viel Zeit ich für die Bearbeitung einplanen würde. Den genauen Ablauf und den zeitlichen Rahmen besprechen wir dann gemeinsam per E-Mail.
Was passiert mit meinem Manuskript?
Dein Manuskript bleibt selbstverständlich dein Text. Ich behandle es vertraulich, verwende es ausschließlich für die vereinbarte Textarbeit und gebe es nicht an Dritte weiter.
Wie ich mit personenbezogenen Daten umgehe und welche Regelungen für unsere Zusammenarbeit gelten, findest du ausführlich in meiner Datenschutzerklärung und meinen AGB.